aktuelle Informationen

27. März 2020 Welttheatertag trotz Corona

Liebe Freunde des Theaters,

Wir Bürger brauchen das Theater und das Theater braucht uns. 

1961 wurde der „Welttheatertag“ proklamiert und wird seither alljährlich am 27. März gefeiert. International bekannte Theaterleute werden um Botschaften gebeten und schreiben wahre Liebeserklärungen an das Theater und setzen sich mit der Wirkung und der Bedeutung der Bühnenkunst im gesellschaftlichen Kontext auseinander.
 
In diesem Jahr wurde der pakistanische Schriftsteller und Dramatiker Shahid Nadeem als Botschafter ausgewählt. Der 1947 in Kaschmir geborene und in Pakistan aufgewachsene gilt als bekanntester Dramatiker des Landes und setzt sich mit den Mitteln des Theaters für den Frieden in der umkämpften Region Kaschmir ein. 

Mit seiner vor 36 Jahren gegründeten Theatergruppe balanciert Nadeem auf dem schmalen Grat „zwischen zu bewältigenden Herausforderungen, aufzudeckenden Widersprüchen und zu unterwandernden Zuständen.“

Der Görlitzer Theater- und Musikverein lädt seit vielen Jahren Theaterfreunde zu einer festlichen Veranstaltung ein. In diesem Jahr denken wir zu Hause an die Mitarbeiter der Theater, die inzwischen im Kurzarbeiter-Modus sind und an die wenigen, die den Betrieb aufrecht erhalten.

Wir wünschen Ihnen und uns, dass die Berufung einer neuen Intendantin oder eines Intendanten mit Transparenz und Augenmaß erfolgt. Wir brauchen keinen Sparkommissar, der nur das Wirtschaftliche im Auge hat, sondern einen erfahrenen und für die Kunst ambitionierten Menschen, der hohe künstlerische Qualität anstrebt und mit den eng bemessenen finanziellen Mitteln versucht, dies zu realisieren. Wir vertrauen auf die Kompetenz der Findungsgruppe.

Wie stets üblich, möchte ich auch für die Theaterfreunde in diesem Jahr ein Aufgabe, eine gute Tat formulieren: Leihen wir dem Theater unser Geld. Sie helfen über die finanziellen Engpässe, indem die Rückzahlungen für gekaufte Karten in die neue Spielzeit verschoben werden. Gutscheine haben drei Jahre Gültigkeit.

Am 29.April ist Welttanztag. Dann überlegen wir erneut, was wir für unsere wunderbaren TänzerInnen tun können. Solidarität tut gut und macht stark, jeden Einzelnen von uns.

Renate Winkler
Vorsitzende - Görlitzer Theater- und Musikverein 

Internationales Theater Institut ITI
Weltweite Organisation für Darstellende Künste
Shahid Nadeem, Autor, Pakistan
27. März 2020

Deutsch – Gekürzte Version

Theater als Schrein
Nach dem Ende einer Vorstellung des Ajoka-Theaters über den Sufi-Dichter Bulleh Shat kam ein alter Mann zum Darsteller des großen Sufi. Der alte Mann war in Begleitung eines Jungen. „Meinem Enkel geht es sehr schlecht; würdest du ihm wohl einen Segen aufblasen.“ Der Schauspieler war verwirrt und sagte: „Babaji, ich bin nicht Bulleh Shah, ich spiele diese Rolle doch nur.“ Der alte Mann sagte: „Mein Sohn, du bist kein Schauspieler, du bist die Reinkarnation von Bulleh Shah, sein Avatar.“ Da ging uns plötzlich ein ganz neues Verständnis von Schauspielen, von Theater auf, bei dem Schauspielerinnen die Reinkarnationen ihrer Figuren werden.
Geschichten wie der von Bulleh Shah – und davon gibt es so viele in so vielen Kulturen – können eine Brücke sein zwischen uns, den Theatermachern und dem unerfahrenen aber enthusiastischen Publikum. Während wir auf der Bühne stehen, lassen wir uns manchmal von unserem Konzept von Theater mitreißen, von unserer Rolle als Vorboten sozialen Wandels, und dabei hängen wir einen großen Teil der Menschen ab.
Bei allem Engagement für die Herausforderungen der Gegenwart berauben wir uns der Möglichkeiten einer zutiefst bewegenden, spirituellen Erfahrung, die Theater bieten kann. In einer Welt, in der Heuchelei, Hass und Gewalt wieder auf dem Vormarsch sind, und unser Planet immer tiefer in eine Klimakatastrophe stürzt, müssen wir unsere spirituelle Kraft wieder auffrischen.
Wir müssen gegen die Gleichgültigkeit, Lethargie, den Pessimismus, die Gier und Rücksichtslosigkeit gegenüber unserer Welt und unserem Planeten ankämpfen. Theater spielt eine Rolle, eine edle Rolle, indem es die Menschheit stärkt und antreibt, sich aus dem Abgrund, in den sie sinkt, zu erheben. Es vermag die Bühne und den Spielort zu etwas Heiligem zu machen.
In Südasien berühren Künstlerinnen ehrfürchtig den Bühnenboden, ehe sie ihn betreten, eine uralte Tradition aus Zeiten, als das Spirituelle und das Kulturelle noch eng verbunden waren. Es wird Zeit, diese symbiotische Beziehung zwischen Künstlerinnen und Publikum, zwischen Vergangenheit und Zukunft zurückzugewinnen. Theatermachen kann eine heilige Kunst sein, und die Schauspielerinnen können sehr wohl die Avatare der Rollen werden, die sie spielen. Theater erhebt die Schauspielkunst auf eine höhere, spirituelle Ebene. Theater vermag ein Schrein zu werden, und der Schrein ein Theaterraum.


(Übersetzung vom englischen Original ins Deutsche: Henning Bochert, mit kleinen Anpassungen der gekürzten Fassung von Rainer Glaap, Bremen)

Tanzcompany dankt den Mitgliedern des TMV

Liebe Renate Winkler, liebe Mitglieder des Theater- und Musikvereins.

Im Namen aller Kollegen der Tanzcompany möchten wir uns heute endlich bei Ihnen allen ganz herzlich bedanken für zwei wirklich großartige und absolut unerwartete Geschenke!

Wenn man tagein, tagaus am Theater arbeitet und eine Produktion nach der anderen kreiert, kommt man leider selten dazu, das Privatleben zu genießen, da wir einem dem Theater sehr eigenen Prinzip unterliegen: es gibt nie genug Zeit! Aber vielleicht ist dieser Zeitdruck am Ende auch ein wichtiges Merkmal der Kreation; Spontaneität hält zumindest jung, so finden wir.

Sie haben uns mit Ihrer großzügigen Einladung zum Brunch ins Hotel Emmerich wirklich eine riesige Freude gemacht und damit unseren Tänzern eine wohlverdiente Pause eingeräumt in der wirklich intensivsten Phase dieser Stückproduktion. Doch dem nicht genug: Sie haben uns dann noch mit Ihrer Spende erneut überrascht und damit das schönste Weihnachtsgeschenk bereitet, was für einen Tänzer oder eine Tänzerin möglich ist: eine entspannende und heilende Physiotherapie nach eigenem Wunsch. Wir wünschten, Sie hätten die Tänzeraugen sehen können nachdem Renate Winkler diese Ihre Botschaft überbrachte. Vielen Menschen ist gar nicht bewusst, welche Opfer diese jungen Menschen während ihrer Ausbildung - oft schon im Kindesalter beginnend - bereits gebracht haben in ihrem kurzen Leben. Auch ist vielen Menschen nicht klar, wie kurz das Tänzerleben auf der Bühne ist und mit wie vielen Entsagungen verbunden. Dies ist auch ein sehr wichtiger Unterschied zu Musikern, welche in der Regel bis ins hohe Alter musizieren können.

Ebenso im Namen aller unserer Tänzer möchten wir Ihnen aber vor allem unsere Dankbarkeit darüber ausdrücken, dass wir uns mehr und mehr in Görlitz zu Hause fühlen dürfen, dafür, dass wir in dieser wunderschönen Stadt mit so viel Kultur unsere eigene künstlerische Vision verfolgen dürfen aber vor allem dafür, dass man uns jetzt das Gefühl vermittelt, auch wir gehören hier wirklich her. Sie alle leisten dafür natürlich einen wichtigen Beitrag und wir hoffen, dass wir Sie noch viele male in unserem Theater zu einer Tanzaufführung begrüßen können. Mit einem Lächeln im Gesicht verbleiben wir herzlichst, Ihre beiden Tanzchefs

Dan Pelleg & Ihr Marko E. Weigert

Veranstaltungen

27.03.2020

Welttheatertag

Aufruf des TMV an alle Theaterfreunde zum Welttheatertag

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TMV-Mitglieder feiern Welttheatertag

So., 29.03.2020 um 11:15 Uhr im Foyer-Café

Einführungsmatinee - Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny

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Tanzcompany dankt den Mitgliedern des TMV

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28.12.2019

Frühstück mit der Tanzcompany und kleine Geschenke vom Publikum

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Kontakt

Görlitzer Theater- und Musikverein e.V.
Vorsitzende: Frau Renate Winkler

Tel: 03581/402507
E-Mail: info(at)tmv-goerlitz.de

Blumenstr. 41
02826 Görlitz